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стилистика шпори.doc
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40. Mehrdeutigkeit der grammatischen Formen

In der Regel besitzt jede grammatische Form mehrere Bedeutungen, wobei eine von ihnen als Hauptbedeutung (oder paradigmatische Bedeutung), die anderen als Nebenbedeutungen (oder syntagmatische Bedeutungen) aufzufassen sind.

Die Hauptbedeutung erschließt man aus einem minimalen, neutralen Kontext: Der Platz ist besetzt. – Der Platz war besetzt. Ohne Kontext verstehen wir, dass es sich im ersten Fall um die Gegenwart, im zweiten um die Vergangenheit handelt. Aus der syntagmatischen Sicht aber ergibt sich der grammatische Sinn derselben Zeitformen nicht so einfach.

Das Präsens kann in einer Erzählung über vergangene Erreignisse die Bedeutung des Präteritums annehmen. Das historische Präsens dringt in den Bereich der Vergangenheit ein, wo es das Präteritum ersetzt und dessen Synonym wird. In der erlebten Rede kann das Präteritum (das präsentische Präteritum) das Präsens verdrängen. Eine grammatische Form kann verschiedene Stilwerte haben. Mehrere grammatische Formen können denselben Stilwert haben. Derselbe Tatbestand kann sprachlich verschieden gestaltet werden.

Als Zusammenfassung ist folgendes zu sagen:

1. Eine grammatische Form kann mehrere Bedeutungen und meherere Stilwerte haben;

2. Mehrere Formen können dieselbe Bedeutung haben;

3. Mehrere Formen können denselben Stilwert haben, d.h. unterschiedliche Formen tragen dazu bei, einen einheitlichen Stilwert und eine einheitliche Konnotation hervorzurufen.

41. Stilistische Werte der Satzarten.

Nach der Zieleinstellung unterscheidet man nach E.Riesel und E. Schendels folgende Satzarten:

Der Aussagesatz dient der ruhigen, sachlichen und leidenschaftlichen Mitteilung. Daher ist der Aussagesatz als neutrale Feststellung eines Sachverhalts.

Die Ausdruckswert des Ausrufesatzes ist eindeutig: affektbetonte Darstellung eines Sachverhalts, ausgelöst durch persönliche Anteilnahme (Zorn, Ironie, Drohung, Begeisterung): Das ist aber fein! Zahlreich sind eingliedrige und elliptische Ausrufesätze: Prosit! Hurra! Hilfe! Feuer!

Der Aufforderungssatz ist, entsprechend seinem lexikalischen Inhalt, stets emotional gefärbt. In milderer Form als Wunschsatz, in schärferer Form als Befehlssatz, kann er ausnahmslos in sämtlichen Stilen der Sprache gebraucht werden. Der Aufforderungssatz ist die vorherrschende Satzform in Mahnrufen, Plakaten und Transparenten, Anzeigen und Aufschriften: Hinausbeugen verboten! Im Stil der Alltagsrede: Schweig! Sprechen Sie mir nach!

Was die Fragesätze betrifft, unterscheidet man, vom Standpunkt der Stilkunde, zwischen: – echten Fragesätzen, d.h. solchen, die tatsächlich eine Antwort erfordern: Was versteht man unter der Stilistik? – Unter der Stilistik versteht man …, – scheinbaren Fragesätzen (rhetorischen), d.h. solchen, die von vornherein keine Antwort erfordern, weder von Seiten des Zuhörers noch von dem Sprechenden selbst: Weißt du was? (d.h. hör mal!) .

Ein elliptischer Satz entsteht infolge der Verkürzung von einem vollen Satzmodell. Dabei können folgende Satzglieder fehlen: Subjekt (Hab schon gehört), Prädikat (Jeden Tag ein Streit), ein Teil des Prädikats (In Leipzig gekauft), beide Hauptsatzglieder (Einen Stuhl, bitte!).