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2.2. Deutsche Dialekte (Mundarten) und territoriale Dubletten

Die Dialekte sind Reste der Sprache der alten germanischen Stämme und sind an bestimmte Landschaftsgebiete gebunden, z.B. das Schwäbische, das Bayrische usw.

Neben dem Terminus „Dialekt” wird auch der Terminus “Mundart” verwendet. O. Oguy in der „Lexikologie der deutschen Sprache“, S. 205 schreibt: „Die Dialekte als areale Variatäten weichen in geographisch abgegrenzten Landschaften durch Lautung, Morpheme, Satzkonstruktionen und insbesondere Lexik etwas voneinander ab, wobei sie ihren Haupteigenschaften nach bestimmte heteronyme Varianten der Invariante (Deutsch als Standardsprache) bilden“.

In der Schweiz wird der Dialekt von allen sozialen Schichten der Bevölkerung gesprochen.

In dialektal-hochsprachig gemischten Gebieten, wie z.B. Baden-Württemberg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein, sind viele Sprecher zweisprachig, d.h. sie beherrschen ihren Heimatdialekt (das Schwäbische, das Plattdeutsche) und die Hochsprache.

In der BRD sprechen etwa 50 bis 80 % der Bevölkerung einer Region Dialekt.

Die Ortsdialekte, oder Mundarten, zeigen land­schaftliche und örtliche Sprachbesonderheiten.

In den Namen der deutschen Mundarten leben die alten Stammes-bezeichnungen weiter.

Bei der traditionellen Klassifikation der Dialekte stützt man sich vor allem auf:

a. lautliche Kriterien (2. Lautverschiebung, Diphthongierung, Monophtongierung usw.)

b. die Wortgeographie.

Die größten Dialekte sind:

  1. der bairisch-österreichische Dialekt;

  2. der alemannische Dialekt;

  3. der thüringische Dialekt;

  4. der sächsische Dialekt;

  5. der westfälische Dialekt.

Die Hauptgruppen der deutschen Mundarten (nach Th. Frings) sind folgende:

I. Die niederdeutsche Hauptgruppe:

1. Niederfränkisch (Niederländisch, Flämisch);

2. Niedersächsisch (Plattdeutsch).

II. Die hochdeutsche Hauptgruppe:

1. Mitteldeutsch:

a. Ostmitteldeutsch (Obersächsisch, Thüringisch);

b. Westmitteldeutsch (mittel- und Rheinfränkisch);

2. Oberdeutsch:

a. Bayrisch (Nord- und Südbayrisch, Oberfälzisch, Österreichisch);

b. Allemanisch (Schwäbisch, Niederallemanisch - Elsässisch, Hochallemanisch - Schweizer Deutsch);

c. Süd- und Ostfränkisch und Südthüringisch.

Der Unterschied zwischen Mundart und Literatursprache liegt in der anderen Lautgestalt der Mundarten, in den Besonderheiten ihres grammatischen Baues und in ihrem Wortschatz.

Der Wortschatz der Dialekte besitzt keine Terminologie, keine Wörter, die sich auf die Technik, das Schulwesen, die Rechtspflege beziehen, dabei ist er besonders reich bei der Bezeichnung von Gegenständen des täglichen Gebrauchs und von Pflanzen und Tieren. So gibt es z.B. in verschiedenen Dialekten verschiedenste Bezeichnungen für den Gegenstand „Korb”: Kober, Kiepe, Bähnert, Krebe, Schwinge, Maschi, Kötze, Krette, Zecker usw.

Noch Beispiele: man sagt Kraut oder Kohl oder Kabbes; Klöße oder Knödel oder Klüten; Schinken, Geräuchertes oder Geselchtes; Schweinsbraten oder Schweinebraten; Blaukraut oder Rotkohl; Rote Rüben oder Rote Beete; Mostrich oder Senf; Kohlrabi oder Oberrüben; Hafen oder Topf oder Pott; Mohren oder Mohrrüben oder Gelbe Rüben oder Wurzeln; keine Bange oder keine Angst, Hose oder Büx, bügeln oder plätten, putzen oder scheuern oder feudeln oder reinemachen; Ohrfeige oder Backpfeife usw.

Die Nationalsprache schöpft aus den Dialekten viele neue Wörter, so stammen aus dem Niederdeutschen viele Ausdrücke, die sich auf die Seefahrt oder auf das Leben an der Wasserkante beziehen: Boot, Bord, Brise, Möwe, Flotte, Hafen usw.

Die unterschiedliche lautliche Form der niederdeutschen und der oberdeutschen Wörter führt zu so genannten etymologischen Dubletten, d.h. Wörtern mit gleicher Etymologie und verschiedener Bedeutung, z.B.: Ritter – Reiter, drücken – drucken usw.

Aus dem Oberdeutschen stammen viele Wörter, die zwar parallel mit einem anderen deutschen Synonym im gesamten deutschsprachigen Gebiet verstanden, aber vornehmlich in Süddeutschland gebraucht werden. Diese deutschen Synonyme nennt man territoriale Dubletten.

Die territorialen Dubletten, die letzten Endes auch dem Dialekt entnommen sind, unterscheiden sich von dem Wortschatz der Mundarten dadurch, dass sie eine größere territoriale Sphäre bedienen.

Man unterscheidet territoriale Dubletten, die im Norden Deutschlands gebraucht werden, und solche, die nur im Süden verbreitet sind.

Die Dubletten unterscheiden sich von den mundartlichen Wörtern dadurch, dass sie im ganzen Gebiet Deutschlands verstanden werden und als gleichberechtigte literarische Wörter gelten.

Die lexischen territorialen Dubletten bezeichnen hauptsächlich Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Mahlzeiten, Gerichte usw.

In dem Roman „Buddenbrooks" von Thomas Mann beklagt sich eine Dame aus Lübeck (Norddeutschland) über die Schwierigkeiten, die sie mit ihrer bayrischen Köchin hat: „Wenn ich Frikadellen sage, so begreift sie es nicht, denn es heißt hier Pflanzerln; und wenn sie Karfiol sagt, so findet sich wohl nicht so leicht ein Christenmensch, der darauf verfällt, dass sie Blumenkohl meint; und wenn ich sage Bratkartoffeln, so schreit sie so lange Was?, bis ich Geröstete Kartoffeln sage, denn so heißt es hier, und mit Was meint sie: Wie beliebt?".

Manche oberdeutschen territorialen Dubletten sind typische österreichische oder schweizerische Wörter geworden, d.h. ihre norddeutschen Äquivalente werden in Österreich oder deutschsprachigen Kantonen der Schweiz gar nicht gebraucht (Jänner „Januar”, Feber „Februar”, heuer „diesjährig”, Erdapfel „Kartoffel”).

2.3. Deutsche Umgangssprache (побутово-розмовна мова)

Eine Zwischenstellung zwischen der Mundart einerseits und der Hochsprache andererseits nimmt die Umgangssprache ein.

Die Umgangsprache entstand etwa im 16. Jh. in den Städten aus einer Mischung von Mundart und Sprache der oberen Schichten.

Sie ist kein einheitliches Gebilde und nicht normiert.

Die Abweichungen von der Norm zeigen sich vor allem in Sprachmelodie, Lautfärbung und Wortschatz. Ihre Definition ist also genauso umstritten wie Definition von Dialekt. Man nennt sie noch Alltags-, Konversations-, Stadtsprache. Sie wird durch folgende Eigentümlichkeiten charakterisiert:

  1. In der Umgangssprache zieht man Wörter zusammen: z.B. ham für haben; das isse statt das ist es usw.

  2. Man benutzt kurze, oft unvollständige Sätze, wenig unterordnende Nebensätze, Interjektionen, man ergänzt, was man vergessen hat: ich hab ihn gesehen, Herrn Meyer.

  3. Man verwendet Allerweltswörter(широкозначні слова): tun, machen, Ding, Sache, Mensch, Typ usw.;

  4. Man gebraucht saloppe oder drastische Wendungen, die übertreibend und witzig sind und die man in der Standardsprache vermeiden würde, z.B.: wie ein Pferd arbeiten, wie ein Stier brüllen, Geld wie Heu haben u.a.;

  5. Man benutzt kurze, oft unvollständige Sätze.

Man kann die Umgangssprache als ein Ausgleichprodukt zwischen Mundart und Hochsprache bezeichnen. Sie wird vorwiegend im privaten Bereich, im persönlichen Gespräch, in mündlicher Kommunikation verwendet und ist von Region zu Region unterschiedlich, da sie von den verschiedenen Dialekten beeinflusst wird, z.B. häufig gibt es in der Alltagssprache von Ort zu Ort verschiedene Bezeichnungen für dieselbe Sache, z.B.

- man sagt für den Teil des Hauses, der sich hinter der Haustür, aber vor den Wohnungen befindet: Hausflur, Flur, Vorhaus, Diele, Hausplatz, Hausgang, Gang usw.

- für den Platz in der Wohnung vor den Zimmern: Korridor, Entrée, Vorplatz, Flur, Gang, Vorzimmer.

Die Umgangssprache zwischen jüngeren Menschen ist häufig anders als die Umgangssprache zwischen älteren.