- •Lektion 4 wortbildung
- •Klassifikation der zusammengesetzten Wörter
- •Z .B.: Tisch lampe Wand zeitung
- •Affixe, die aus selbständigen Wörtern entstanden sind.
- •Suffixe für Kollektivbezeichnungen: -schaft – Freundschaft, -ei – Kartei, -tum – Bauerntum;
- •Übergang in eine neue Wortart ( die Konversion)
- •Die Adjektivierung
- •Die Adverbialisierung
- •Präpositionalisierung
- •Kürzung
- •Ist die Wortbildungsart, mit deren Hilfe die schon in der Sprache existierenden Zusammensetzungen und Wortverbindungen zu einem Komplex abgekürzt werden.
Z .B.: Tisch lampe Wand zeitung
welche? Bestimmunnswort Grundwort
Man unterscheidet eigentliche und uneigentliche Zusammensetzungen.
In der eigentlichen wird die syntaktische Rolle der Komponente nur durch die Wortstellung bestimmt, z.B.: Fernstudent, Luftballon.
In der uneigentlichen Zusammensetzung treten die Komponenten in der flektierten Form auf, (ausgedrückt durch die Genitivendung). Als Bindeelemente treten S oder EN auf, z.B.: Bestimmungswort, Sonnenlicht.
Kopulative Zusammensetzungen bestehen aus zwei grammatisch gleichwertigen Komponenten (Kopula – binden). Jedes Element behält seine selbständige Bedeutung, aber die Bedeutung des Ganzen drückt einen neuen Begriff aus, z.B.: taubstumm, sauersüß, dreizehn.
Zusammenrückungen bilden eine besondere Art der Zusammensetzung. Das ist eine lockere Verbindung mehrerer Wörter oder sogar eines kleinen Satzes zu einer Einheit. Oft haben sie übertragene Bedeutung.
Z.B.: Tischleindeckdich!
Lebewohl
Vergissmeinnicht
mutterseelenallein.
Zusammenbildungen sind solche Zusammensetzungen, die infolge zweier Prozesse entstanden sind: der Zusammensetzung und der Ableitung, z.B.: Nichtstuer, Teilnehmer, blondhaarig.
Zusammenbildungen entstehen auf Grund von Wortverbindungen, die durch Suffixe zu Einzelwörter gestaltet werden.
Das Substantiv der Schuhmacher entwickelte sich aus der Wortgruppe Schuhe machen mit dem Suff. –er, welches die ganze Gruppe zu einem Wort verbindet.
Aus der Wortverbindung ganze Tage etwickelte sich das Adj. ganztägig.
Die produktivsten Suffixe der Zusammenbildungen der Substantive sind: -er, -ung: Frühaufsteher, Langschäfer, Rechtschreibung, Freilassung.
Die produktivsten Suffixe der adjektivischen Zusammensetzungen sind die Suffixe: -ig, -erisch, -lich: schwerhörig, breitschultrig, kopfbrecherisch, wahrscheinlich.
Die zweite Art der Wortbildung ist die Ableitung – das ist Bildung neuer Wörter mit Hilfe von Affixen (Präfixen und Suffixen). Auf diese Weise entstehen mit Hilfe von Affixen neue Wörter mit verschiedenen Bedeutungen. Z.B.: Kennen – erkennen, anerkennen, Erkenntnis, Anerkennung usw.
Die Klassifikation der Affixe kann nach verschiedenen Prinzipien durchgeführt werden: nach dem genetischen, morphologischen, semantischen.
Genetische Klassifikation (nach der Herrkunft)
Affixe, die aus selbständigen Wörtern entstanden sind.
Die meisten von diesen Suffixen entstanden aus dem zweiten Element eines zusammengesetzten Wortes infolge der allmählichen Verablassung seiner selbständigen Bedeutung.
So wird das Suffix – schaft auf das ahd. Substantiv scaft zurückzuführen, das „Zustand“, „Eigenschaft“ bedeutete. Z.B.: Freundschaft, Bruderschaft...
Das Suffix –heit im mhd. bedeutete „Art und Weise“: mhd. lediger heit – eigentlich „im ledigen Stand“. Z.B.: Freiheit, Schönheit.
Das Prozeß der Etstehung der Suffixe aus Wörtern ist auch heute nicht abgeschlossen, so z.B.: das Halbsuffix – mann: Seemann, Kaufmann.
2) Der zweite Weg der Entstehung der Affixe ist die Neuverteilung der Stämme. Z.B.: das Suffix –ling ist aus altem –ing entstanden, was „den Nachkommen“ bezeichnete. Also im ahd. Caroling bedeutete „Karls Nachkommen“.Später wurde zum alten Suff. –ing auch der Wurzelkonsonant –l hinzugefügt.
Mit Hilfe dieses neuen Suffixes –ling sind Wörter gebildet, die meist Lebewesen bezeichnen: Fremdling, Lehrling, Jüngling.
D
as
Suffix der Adjektive –ern entwickelte sich aus dem Suff
–(e)n bei dem Wort silber-n auf Kosten des
Stammes. Z.B.: Holz – hölzern, Glas – gläsern,
Stein – steinern.
Der dritte Weg der Entstehung von Affixen ist die Entlehnung aus anderen Sprachen.
Entlehnte Präfixe: in – indiskret, a – amoral, re – rekonstuiren, anti – Antifaschist, neo – Neologismus, erz – Erzbischof.
Entlehnte Suffixe: ist – Realist, ent –Student, ant – Aspirant, ion – Revolution, eur – Ingenieur, ie - Melodie u.a.
Klassifikation der Affixe nach dem semantischen Prinzip.
Diese Klassifikation ist dadurch erschwert, dass einige Affixe mehrdeutig sind.
