Übersetzungstheorien
Wissen/Hypothesen über den Produzenten des AT
Wissen/Hypothesen über den Rezipienten des AT
Situation/Kontext der ursprünglichen Kommunikation zwischen Produzent und Rezipient des AT
sprachliche Struktur des AT (auf allen Ebenen) – Verstehen/Kritik des AT durch den Übersetzer
Textsorte/Texttyp des AT
Transfer – Herstellen von Äquivalenz (kommunikativ-pragmatisch und strukturell) durch den Übersetzer
der durch den Übersetzer hergestellte ZT (auch als Grundlage für Revisionen/Verbesserungen)
Wissen / Hypothesen über den Rezipienten des ZT und die Kommunikationssituation, in der er den ZT lesen wird (komm. Funktionen)
Modell des Übersetzens (Reiß 1995)
Grundtheorien des Übersetzens
Linguistische Übersetzungstheorien
für linguistische Übersetzungstheorien ist vor allem der Begriff der Äquivalenz wichtig –eine Relation zwischen AT und ZT: der ZT ist in Bezug auf den AT äquivalent (Gleichheit in verschiedensten Aspekten)
Äquivalenz
Denotative Äquivalenz: wichtig für technische Texte
Gleiche Darstellung des außersprachlichen Sachverhalts. In Fällen der Nichtäquivalenz werden folgende Strategien eingesetzt:
Übernahme von Ausdrücken aus der AS, Bedeutungsanpassung (Lehnübersetzung), neue Ausdrücke mit einheimischen Mitteln schaffen)
Konnotative Äquivalenz: Bewahrung der Assoziationen, die Einheiten des AT haben, hier sind symbolische, kulturgebundene Bedeutungen zu beachten [schwarz-weiß-Symbolik], konnotative Äquivalenz heißt, den soziokulturell determinierten Sinn eines Lexems/Satzes/Textes zu bewahren, für Erzähltexte wichtig
formal-ästhetische Äquivalenz: Bewahrung formaler Aspekte eines Textes, von Reim, Rhythmus, Metaphern etc. bis Layout, für literarische Texte wichtig
Textäquivalenz: kommunikativ-pragmatische Äquivalenz, es kommt also nicht auf Äquivalenz auf Wort/Satzebene, sondern auf Textebene an – der Text muß den gleichen Sinn, die gleiche komm. Funktion haben. Ziel: Funktionskonstanz
texttypabhängige Äquivalenz: Äquivalenz ist nicht absolut, sie ist relativ zum Texttyp des jeweiligen AT/ZT, informative Texte (Darstellung) – denotative Äquivalenz; expressive Texte (Ausdruck) – formalästhetische Äquivalenz; operative Texte (Appell) – pragmatisch-kommunikative Äquivalenz.
Psycholinguistische, kognitive Übersetzungstheorien
Kognitivistische und psycholinguistische Ansätze zum Übersetzen versuchen vor allem zu klären, wie der Übersetzer das Übersetzen mental bewältigt, welche gesitigen Operationen er ausführt und über welche Strategien er vom AT zum ZT kommt
LD-Protokolle
Eine Methode zur Introspektion auf übersetzerische Tätigkeit sind die sogenannten Protokolle des Lauten Denkens (LD-Protokolle), hierbei kommentieren Übersetzer alle Gedanken, Assoziationen, Überlegungen.
Übersetzungsprozesse bei Lernern und Professionellen
Handlungstheorien des Übersetzens
Das Schwergewicht von den Texten (Sprache) und von den kognitiven Prozessen (Strategien/Methoden) verlagert sich zum Individuum Übersetzer. Im Vordergrund stehen soziale Handlungen des Translators, die er ausführen muss, um zu einer interkulturellen Vermittlungsleistung zu kommen. Der Übersetzer als professioneller Experte.
Anforderungen an den Übersetzer und Dolmetscher
Übersetzer und Dolmetscher sind Textfachleute, die auf der Grundlage von schriftlichen oder mündlichen Informationsvorlagen Texte produzieren, „mit denen andere kommunizieren“.
Tätigkeitsfeld von Übersetzern/Dolmetschern
die Arbeit eines Sprachmittlers, der als Angestellter einer Firma, Behörde oder als Freiberufler schriftliche bzw. mündliche Texte aus einer Sprache in eine andere überträgt und oft auch die Korrespondenz mit fremdsprachigen Partnern übernimmt.
selbständiges Verfassen von Texten (z.B. Reiseführer),
Auswertung, Zusammenfassung oder Kommentierung von Texten (Information oder Dokumentation),
Herstellung von „örtlichen“ Versionen von Computer-Software
Redaktion von Texten (Originaltexte wie auch Übersetzungen),
Bearbeitung von Texten für die nachfolgende Maschinenübersetzung (pre-editing),
Überarbeitung von maschinell angefertigten Übersetzungen (post-editing),
Beratung nicht nur in sprachlichen, sondern allgemein fremdkulturellen und „interkulturellen“ Fragen,
Layout von Texten u.a.m.
