2.1.6. Die Numeralia
Numeralia (Kardinalia) (ukr. кількісний числівник) sind nach Kasus und Genus (aber nicht nach Numerus) deklinierbare Wörter, die in der Nominalgruppe vor allen anderen Determinanten nach dem Demonstrativpronomen erscheinen und die Anzahl von Personen und Gegenständen angeben.
(0) Ich habe in der Bibliothek zwei interessante Bücher ausgeliehen.
(0) Diese drei Bilder kann man sich in der Gemäldegalerie anschauen.
2.1.7. Die Präposition
Präpositionen (ukr. прийменник) sind nicht flektierbare Wörter, die im Satz erst in Verbindung mit einer Nominalgruppe, die sie auch regieren (ukr. керують) (d.h. deren Kasus sie festlegen, daher das Nomen Rektion (ukr. керування)), gebraucht werden können. Wie schon der Name Prä-position besagt, besetzen Präpositionen in den meisten Fällen eine Stellung vor der Nominalgruppe (einführen).
(0) Hilla kommt aus Wien.
Darüber hinaus können sie auch als Post-, Zirkumpositionen fungieren:
(0) Er hat das dir zuliebe getan.
(0) Um der Mutter willen ist er in die Heimatstadt zurückgekehrt.
Manche Präpositionen können sowohl vor als auch nach ihren Ergäzungen erscheinen:
(0) Nach meiner Meinung/meiner Meinung nach hat dieses Projekt keine Chancen.
Je nachdem, welchen (oder welche) Kasus Präpositionen regieren, werden sie in folgende Gruppen eingeteilt:
GENITIV |
DATIV |
AKKUSATIV |
DATIV/AKK |
GEN/DATIV |
aufgrund diesseits jenseits infolge kraft oberhalb seitens unterhalb zugunsten |
aus außer bei entgegen gegenüber mit nach von seit zu |
bis durch entlang für gegen ohne per pro um
|
an auf hinter in neben unter über vor zwischen |
laut längs mittels statt trotz während wegen |
2.1.8. Die Konjunktion
Konjunktionen (ukr. сполучник) sind nicht flektierbare Wörter, die Sätze oder Satzglieder miteinander verbinden. Je nach der Art der Verbindung werden Konjunktionen in zwei Gruppen eingeteilt:
koordinierende Konjunktionen: aber, oder, und, weder... noch…
subordinierende Konjunktionen: als, nachdem, wenn, weil
Koordinierende Konjunktionen verbinden nebengeordnete, gleichrangige Sätze oder Satzteile:
(0) Anna singt gut, aber Kati singt noch besser.
(0) Wir gehen ins Kino oder bleiben zu Hause.
Durch Subordinierende Konjunktionen werden untergeordnete Sätze eingeleitet.
(0) Der Anruf kam, als Wolfgang die Wohnung verließ.
(0) Nachdem er das Auto gekauft hat, geht er nie zu Fuß.
2.1.9. Die Partikel
Partikeln bilden noch eine Klasse von unflektierbaren Wörtern, die Bedeutungen von ganzen Sätzen oder einzelnen Wörtern modifizieren. Von anderen unflektierbaren Wortarten unterscheiden sie sich dadurch, dass sie vor konjugierbarem Verb nicht isoliert stehen dürfen (wie Adverbien), keinen Kasus regieren (wie Präpositionen) und keine Verbindung zwischen Sätzen oder Satzteilen (wie Konjunktionen) herstellen,
Ihrer Semantik können Partikeln in folgende Gruppen eingeteilt werden:
Gradpartikeln: ziemlich, sehr, so, echt, schön, wenig
Fokuspartikeln: nur, sogar, selbst
Modalpartikeln: schon, vielleicht, ja, denn, eigentlich, überhaupt
Negationspartikeln: nicht
Gesprächspartikeln: also, ja, nein, doch
Gradpartikeln (auch Steigerungspartikeln, Intensitätspartikeln) geben den Grad von Eigenschaften an, die durch Wörter ausgedrückt werden (meistens Adjektive aber auch Adverbien, Verben), auf die sie sich beziehen:
(0) Du kommst ziemlich spät.
(0) Ich habe mich über deine Worte sehr gewundert.
Mit Fokuspartikeln werden einzelne Satzteile hervorgehoben, für die hiermit Alternativen eröffnet werden:
(0) Nur dir (niemandem sonst) kann ich mein Geheimnis anvertrauen.
(0) Sogar Peter (nicht nur alle anderen) ist zur Party gekommen.
Modalpartikeln (Abtönungspartikeln) drücken zusammen mit entsprechender Intonation (wobei sie selbst meist unbetont bleiben) verschiedene Einstellungen (Zweifel, Überzeugung, Annahme) des Sprechers zum Inhalt des Satzes aus:
(0) Das ist ja (wie man bereits weiß) ziemlich weit.
(0) Du bist vielleicht (mehr als man erwarten würde) doof!
Negationspartikel nicht umkehrt den Inhalt des Satzes in einen entgegensetzten. Dabei kann sich ihre Wirkung einfach auf den ganzen Satz erstrecken oder extra einzelne Satzglieder betreffen:
(0) Ich habe dich nicht geliebt (Es ist nicht so, dass ich dich geliebt habe).
(0) Ich habe nicht DICH geliebt (Es ist nicht so, dass ich dich geliebt habe & ich habe eine andere Person geliebt).
Discoursepartikeln (Satzäquivalente, Antwortpartikeln) steuern einen Dialog. Damit kann man man auch auf Etscheidungsfragen reagieren, die eine Ja/Nein-Antwort voraussetzen.
(0) – Kommst du heute mit ins Kino? – Nein.
(0) – Du kannst nicht mal Kartoffeln kochen! – Doch!
