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Prufung гамз.docx
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10.Der primäre Umlaut. Umlauthinderungen.

Der Umlaut ist ein assimilatorischer Lautwandel unter dem Einfluß des i oder j der folgenden Silbe. Diese Art der Assimilation der Vokale ist bereits in ahd. Sprachdenkmälern des 8. Jhs belegt. In ahd. Zeit wur­de nur das kurze a vor i (j) umgelautet, in mhd. Denkmälern aber auch die anderen umlautfälligen Vokale (o, u).

Um 750 beginnt die Umlautung des kurzen a zu kurzem e (in den his­torischen Grammatiken als e bezeichnet):

gast — gesti (Gäste)

lang — lengiro (länger)

lamb — lembir (Lämmer)

Der Umlaut a > e trat nicht ein (Umlauthinderungen):

1. Vor den Konsonantenverbindungen ht, hs, lw, rw (ahd. nahti, wahsit, garwit — nhd. Nächte, er wächst, er gerbt).

2. Vor den Konsonantenverbindungen l, r + Konsonant und vor h (ahd. altiro, starchiro, slahit — nhd. älter, stärker, schlägt).

Das letztere gilt nur für den oberdeutschen Sprachraum und wurde hier nicht konsequent durchgeführt.

Der Umlaut entwickelte sich im Deutschen in der Folgezeit zu einer wichtigen Art von innerer Flexion.

Vgl. das Buch- die Bücher

alt-älter-am ältesten, ich fahre- du führst- er fährt, ähnlich in der Wortbildung: das Buch- das Buchlein; die Kraft- kräftig.

Im Ahd. sind die vollklingenden Vokale im Auslaut noch weitgehend erhalten. Zu dieser Zeit war das Deutsche also eine Sprache der vollen Endungen. Erst im 10. Jahrhundert breitet sich die Abschwächung der Endvokale zu tonlosem e aus; im 11. Jahrhundert wird sie bereits zur Regel.

11.Brechung. Ablaut.

Vokalharmonie (sog. Brechung). Die hier behandelten Hebungs- und Senkungsvorgänge werden auch unter den Termini kombinatorischer Lautwandel oder Vokalassimilation zusammengefaßt. Es handelt sich jeweils um Veränderungen der Stammsilbenvokale unter dem Einfluß der Vokale der nachfolgenden Silben, also um eine regressive Assimilation, die wahrscheinlich durch den germ. Anfangsakzent beeinflußt wurde.

1) Die Hebung des e zu i ist im Germ. sehr früh anzutreffen; das Got. z.B. hat ide. e zu i umgewandelt.

e wird zu i:

·        vor Nasal +Konsonant:

ide. *bhend -  ahd. hintan 'binden'

lat. ventus  - ahd. wint 'Wind'

·        vor einem i oder j in der Folgesilbe:

ahd. berg – gibirgi 'Berg, Gebirge'

      erda – irdisk 'Erde, irdisch'

      geban – er gibit 'geben, er gibt'

·        vor einem u in der Folgesilbe:

ide. *sedhus -      ahd. situ 'Sitte'

lat. securus    -     ahd. sichûr 'sicher'

ahd. geban   -      ahd. ih gibu 'ich gebe'

2) Die Senkung des Phonems i zu e geschah vor dem Vokal der tiefen Zungenlage a: lat.piper-ahd. pfeffer, lat.sinapis-as.senep „Senf“. In der deutschen Gegenwartssprache lebt die Vokalharmonie im Wechsel der Vokale e/i fort: ich gebe – du gibst. Auch in der Wortbildung: Erde-irdisch, Berg-gebirgig, Feld-Gefilde.

Unter ähnlichen Positionsbedingungen vollzog sich der Wechsel von o und u: ahd. helfan- half- hulfum- giholfan "helfen", wo die Formen hulfum- giholfan je nach dem Vokal der folgenden Silbe den Wechsel o-u haben.

Unter dem Begriff «Ablaut» versteht man den regelmäßigen Wechsel bestimmter Vokale in den Wörtern, die sich im etymologischen Zusam­menhang befinden. Dieser Terminus wurde von Jacob Grimm eingeführt. Der Ablaut ist bereits im Paradigma des ide. Verbs als Mittel der For­menbildung sowie im System der Wortbildung belegt. Es sind zwei Arten des Ablauts zu unterscheiden:

1.Der quantitative Ablaut: Damit wird der Wechsel eines kurzen Vokals (z. B. e, o, i) mit einem langen Vokal oder mit Null (Schwund des Vokals) gemeint: ahd. ritan — ritt, vgl. auch ukr. 6epy — 6paв. Dementsprechend unter­scheidet man drei Stufen des quantitativen Ablauts: eine Normalstufe (der Vokal ist kurz), eine Dehnstufe (der Vokal ist lang) und eine Schwundstufe (der Vokal schwindet).

2. Der qualitative Ablaut. So wird der Wechsel der Vokale verschie­dener Qualität (meistens e/a < ide. e/o) innerhalb des gleichen Wort­stammes genannt, z. B. ahd. neman — nam.

Diese zwei Arten des Ablauts riefen zahlreiche Vokaländerungen in der deutschen Wortbildung, vor allem aber in der Formbildung des deutschen Verbs hervor.

Die Ursache des Ablauts sucht man in den Qualitätsveränderungen der Betonung. Der qualitative Ablaut wurde wahrscheinlich durch den musikalischen, der quantitative Ablatu hingegen durch den dynamischen Akzent verursacht.

Der Ablaut ist auch in der Morphologie anderer ide. Sprachen nach­weisbar, vgl. lat. facio — feci, ukr. везу — возити — віз.

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