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11. Neue Formmittel zur Pluralbildung der Substantive.

In den früheren Entwicklungsetappen bezeichnete eine Flexion des Substantivs sowohl den Kasus als auch den Numerus, z.B. ahd. Dat. Sg. tage gegen Dat. Pl. tagum.

Im Frnhd. werden die Kategorien des Kasus nd des Numerus schärfer differenziert. Ein beachtenswerter Zug in der substantivischen Pluralbildung dieser Epoche ist die immer häufigere Anwendung des Umlauts als Pluralmerkmal, z.B. mhd. kloster – frnhd. die klöster, mhd. diu lant – frnhd. die länder.

Das Suffix –er der ehmaligen ir-Stämme dehnt sich auf eine beträchtige Zahl der Neutra aus, z.B. mhd. diu lant – frnhd. die länder. Als bloßes Pluralmerkmal wird das -e im Pluralparadigma empfunden, das durch Abschwächung verschiedener früherer Kasusendungen entstanden ist, z.B. ahd. Pl.N. taga, G. tago, D. tagum, A. taga. Dasselbe kann man über -(e)n in den Pluralformen der schachen Deklination sagen.

Durch den Einfluß des Niederdeutschen, des Holländischen, sowie des Französischen und Englischen gelangt ins Frnhd. auch das Pluralsuffix -s, findet hier aber keine große Verbreitung.

12. Satzbau: die Wortstellung im einfachen Satz, die Satzverbindung.

Die Wortstellung im einfachen Satz

Die Entwicklung des unbestimmten Artikels schuf neue Ausdrucksmöglichkeiten des kommunikativen inhalts des Satzes und rief neue Modelle der Wortstellung ins Leben: der unbestimmte Artikel ermöglichte die logische Hervorhebung des Subjekts ohne Inversion. Dieses neue Modell der Wortstellung bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung zweier stilistisch differenzierter Varianten der Wortstellung:

1.für den neutralen Stil bleibt die Hervorhebung des Subjekts und der Objekte durch Verschiebung zum Satzende die Regel.

2.die Anfangsstellung des heervorgehobenen Subjekts wird zum Kennzeichen der Emphase(виразність мови).

Die neue Variante der emphasischen Hervorhebung wird zur allgemeinen Regel. Das finite Verb im einfachen Aussagesatz – die zweite Stelle. Die literarische Tradition des Frnhd. aufzeichnete diese Wortstellung und machte zur Regel.

Trotz der Verallgemeinerung der 2.Stelle des Prädikats im einfachen Satz war die Wortstellung des Frnhd. weit entfernt von der heutigen Norm. Es fehlten:

1.die verbale Klammer.

2.die Endstellung des finiten Verbs im Gliedsatz.

Die Satzverbindung

Im Frnhd. wurde die Sprache durch neue beiordnennde Konjunktionen und neue Typen der Satzreihe bereichert. Neben den alten kopulativen und adversativen Konjunktionen waren neue Konjunktionen benutzt:

1.kopulative – dazu, zudem, darüber, sodann, gleichwohl, überdies, alsdann

2.adversative – hingegen, überdem, nicht…sondern, entweder…oder.

Es entwickeln sich auch Konjunktionen, die zum Ausdruck solcher beiordender Verbindungen dienen, die die älteren Sprachdenkmäler nicht aufweisen:

1.Konsekutive Verbindung – darum, daher, demnach, deswegen.

2.Kausale Verbindung – denn, ja.

3.Konditionale Verbindung – zwar, aber, dennoch, allein, gleichwohl.

Nicht alle neue Konjunktionen kann man in der Gegenwartssprache finden. Viele von ihnen waren synonymisch und konkurrierten eine Zeitlang miteinander.

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