Добавил:
Upload Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Prufung гамз.docx
Скачиваний:
1
Добавлен:
01.05.2025
Размер:
157.13 Кб
Скачать

4.Wortschatz im Fnhd.

Das Wortgut weist folgende Wandlungen auf:

-Ein Teil des Wortschatzes veraltet wird durch andere Woerter verdraengt: michel (groz), luetzel (klein), jehen (sagen) dagen (schweigen), minne (Liebe)

-Viele Woerter weisen eine weitere Bedeutungsentwicklung auf. Arebeit (frueher „Not“, „Plage“) geheim ( zum Hause gehoerig) – die Woerter verlieren ihre ursruengliche Bedeutung und nehmen heutige Bedeutung an.

-Der Wortschatz wird durch landschaftliche Sprachvarianten bereichert : wehmut, fett, schlau stammen aus Niederdeutschen; gleich, verwundern sind oberdeutscher Herkunft.

-Im spaeten Mittelalter bilden sich die Sondersprachen verschiedener Berufsgruppen der Bevoelkerung.

5.Entlehnungen.

Woerter werden sehr stark aus verschiedenen Sprache entlehnt.

Aus Lateinischen:

-auf dem Gebiet der Buchdruckerei ( Abbreviatur, Autor, Format, Manuskript)

-Kirche. Wirtschaft. Wissenschaft. ( Alphabet, Patient, Philosophie, Text)

-Kunst ( appelieren, Akademie, Melodie)

-Entlehnungen mit den Suffixen –ant, -ent. –ion, at (Musikant, Medikament, Pension)

Aus Italienischen:

-Handel (Lombard, Konto, Kredit, Kasse)

-Seefahrt (Flotte, Marine)

-Heereswesen (Alarm, Granate, Brigade)

Aus dem Englischen:

-Seefahrt (Log, Lotze)

Aus dem Franzoesischen:

-Heereswesen ( Ingenieur, Leutnant, Truppe)

Aus den verschiedenen orientalischen Sprachen: (Zitrone, Zucker, Muskat, Konfekt)

6. Vokalismus: Diphthongierung, Monophthongierung, Rundung, Entrundung.

Diphthongierung Im 12. Jh. beginnt der Wandel (Südosten, Kärnten) der langen Vokale i, u, iu [y:] zu Diphthongen:  î > ei mhd. mîn > fnhd. mein, drî > drei, îs > eis  û > au mhd. ûf > fnhd. auf, hûs > haus, tûbe > taube  iu [y:] > eu mhd. hiute > fnhd. heute, liute > leute, diutisc > deutsch 

Diese Diphthongierung wurde im Laufe des 14./16. Jh. zum Kennzeichen des gesamten hochdeutschen Sprachraums mit Ausnahme des äußerten Südwestens (Schweiz, Elsaß). Da diese Diphthongierung auch zum Kennzeichen der werdenden gemeindeutschen Literatursprache wird, nennt man sie “die neuhochdeutsche Diphthongierung”. 

Gleichzeitig mit der Entwicklung neuer Diphthonge vollzog sich die Erweiterung alter Diphthonge ei > ei [ae], ou > au (Bairisch-Österreichisch), die infolgedessen mit den neuen Diphthongen zusammenfallen.  ei > ei [ae] mhd. ein > fnhd. ein, teil > teil und mîn > mein  ou > au [ao] mhd. ouge > fnhd. auge, boum > baum, ouch > auch und ûf > auf 

Monophthongierung. Hier ist vor allem die Beseitigung der Diphthongen ie, uo, üe zu bezeichnen.  ie > ie [ɪ:] mhd. hier > fnhd. hier [ɪ:], fliegen > fliegen  uo > u mhd. guot > fnhd. gut, buoch > buch  üe > ü mhd. güete > fnhd. güte, süeʒe > süß 

Diese Monophthongierung wurde auch zum Kennzeichen der werdenden deutscher Sprache. Darum zeichnet man sie „die neuhochdeutsche Monophthongierung“. 

Rundung

mhd.    helle               >  frnhd.  Hölle     /e/ > /ö/

lewe               >                      Löwe    /e/ > /ö/

wirde              >                     würde   /i/ > /ü/

triegen            >                     trügen  /ie/ > /ü/

Verschiedentlich wurden mhd. ungerundete Vokale oder Diphthonge gerundet. Dieser Prozeß trat besonders im Obd., seltener im Md. auf.

Datierung: 13. Jh. im Alem.

Anmerkung: Einige der gerundeten obd. Formen wurden nicht in die moderne Standardsprache übernommen.

obd. zwüschen  -  nhd. zwischen

 Entrundung

mhd.    küssen         > nhd. Kissen       /ü/ > /i/

nörz             >                     Nerz           /ö/ > /e/

slöufe >                      Schleife   /öu/ > /ei/

stius             >                      Steiß        /iu/ > /ei/

Einige mhd. gerundete Vokale und Diphthonge wurden im Obd. (12. Jh.) und im Omd. (16./17. Jh.) entrundet.

Anmerkung: Beide Prozesse (Rundung und Entrundung) waren weniger regelmäßig und von geringerer Ausbreitung und Wirkung!

7. Positionsbedingte Dehnung und Kürzung der Vokale.  Im ausgehenden 15. Jh./16. Jh. bilden sich die neuen Dauerverhältnisse im Vokalsystem heraus. In den altgermanischen Sprachen hing die Quantität des Lautes von dessen Stellung im Worte nicht ab. In der fnhd. Zeitperiode kommt der Zusammenhang zwischen der Vokaldauer und dem Charakter der Silbe immer mehr zur Geltung.  Die Fälle, in denen der Vokal gedehnt wurde:  1) Der Vokal wurde in offener Silbe gedehnt:  ahd. nêman, mhd. nêmen > nhd. nehmen, fâren fâren > fahren, nâmo nâme > Name  2) Der Vokal wurde gedehnt, wenn die Silbe geöffnet werden kann.  ahd. tâg, mhd. tâc > nhd. Tag – Tages – Tage, wêg wêc > Weg – Weges – Wege, nâm nâm > nahm – nahmen  3) Der Vokal wurde auch vor r+Dentallaut (d, t, s, z) gedehnt.  ahd. fârt, mhd. fârt, vârt > nhd. Fahrt, êrda êrde > Erde, wêrdan werden > werden  (vor r+Dentallaut bleibt der Vokal kurz in: warten, hart, Garten, Karte u.a)  4) Der Vokal wurde in einsilbigen Wörtern, die auf einen Sonanten ausgehen, gedehnt:  ahd. er, mhd. er > nhd. er, ther, der > nhd. der  (auch wer, her, mir, dir, ihr, vor, für, wem, dem, ihm, wen, den, ihn u.a.)  Die Kürzung langer Vokale in geschlossener Silbe.  Vor den Konsonantenverbindungen werden althochdeutsche lange Vokale gekürzt:  z.B. ahd. brâhta, mhd. brâhte > mhd. Brachte, lâʒʒan lâʒʒan > lassen  Zusammen mit Quantität der Vokale ändert sich auch ihre Qualität. Kurze Vokale werden offen, lange Vokale geschlossen gesprochen. 

Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]