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23. Satzbau

Die zweiglidrige Satzstruktur des mhd. lässt die subjektlosen Satztypen, die im ahd. noch vorkamen zu. Auch die Sätze des unpersönlichen Inhalts werden mit dem formalen Subjekt ez versehen.

Wachsende Homonymie im mhd. Satz macht die Satzgliedstellung besonders wichtig, denn die grammatischen Zusammenhänge werden nun mehr syntaktisch als morphologisch ausgedruckt.

Für die Stellung der Satzglieder ist vor allem deren Funktion in der kommunikativen Perspektive des Satzes bestimmend. Das Wichtigste steht später als das weniger Wichtige, d.h. die thematische Gruppe beansprucht meistens die Anfangsstellung.

Im einfachen Aussagesatz nimmt das finite Verb meistens die zweite Stelle ein, vor allem in der Dichtung, auch Endstellung zu verzeichnen ist.

In Aufforderungs- und Fragesätzen ohne Fragewort leitet das finite Verb den Satz ein.

Die Endstellung des finiten Verbs im eingeleiteten Gliedsatz ist noch keine feste Regel; sehr häufig steht das Verb zwischen der zweiten Stelle und dem Satzende.

In mhd. Prosa kommen immer umfangreichere, syntaktisch komplizierte Sätze vor.

Neue Konjunktionen entwickeln sich: als<ahd. alsô<al+sô, als dicke „sooft“, nachdem, weil, damit. Die Zahl der koordinierenden Konjunktionen ist viel gröber als im ahd.: unde, joch “und“; aber, alde „oder“; dannoch, dô, doch, iedoch, niuwan „nur“; nu, oder, ouch, so „dann“, „darum“; sunder „sondern“, „aber“.

Die Verknüpfung der Satzteile im Satzteile erfolgt: a) auf asyndetische Weise; b) durch Relativpronomen; c)durch Konjunktionen da „wo“, swa „wo auch immer“, do „als“, daz „dass“. Einige Konjunktionen erweitern ihren Geltungsbereich.

FNHD

  1. Die zeitlichen Grenzen der fnhd. Periode. Kulturgeschichtliche Entwicklung.

Die Periode umfasst die Zeit von 1350 bis um 1650. Gruende der Abgrenzung – um 1350 bildet sich eine ueberlandschaftliche Schriftsprache in der Kanzlei Karls IV. Innersprachliche Kriterien der Abgrenzung – neuhochdeutsche Diphthongierung der langen Vokale. Das Hauptcharakteristikum – die Herausbildung einer neuen Existenzform der Sprache – der gemeindeutschen nationalen Literatursprache. Um diese Zeit entwickelten sich in Deutschland neue ökonomische und soziale Verhältnisse. Sie kennzeichneten den Zerfall des Feudalsystems und die Entstehung neuer kapitalistischen Gesellschaftsordnung. Mit der Entwicklung des Kapitalismus steht der Ausbau der Nation und der Literatursprache in enger Verbindung. Einen starken Anstoss zur Herausbildung der gemeindeutschen Litetratutsprache gaben die Reformation und der Bauernkrieg(1524-1526) in Deutschland. Als Resultat wird Deutsch die Sprache der Bibel, der LITURGIE UND DES THEOLOGISCHEN Disputes. Die gemeindeutsche nationale Literatursprache entwickelte sich nicht unmittelbar aus den Territorialdialekten. Eine Vorstufe für sie bildeten die so genannten regionalen übermundartlichen Literatursprachen. Ihre Entwicklung fällt in das 14. Jh.

Diese landschaftlichen Literatursprachen entstanden in verschiedenen Regionen des deutschen Reiches. Hier unterscheidet man folgende regionale Literatursprachen:

1.        Mittelniederdeutsch

2.        Mittelniederländisch

3.        Ostmitteldeutsch

4.        Das Gemeine Deutsch

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