Добавил:
Upload Опубликованный материал нарушает ваши авторские права? Сообщите нам.
Вуз: Предмет: Файл:
Prufung гамз.docx
Скачиваний:
1
Добавлен:
01.05.2025
Размер:
157.13 Кб
Скачать

21. Kategorie der Zeit

Zu Beginn der mhd. Zeit treten sie uns als vollkommen entwickelze Zeitformenentgegen. Nach ihrem Vorbild entwickeln sich auch das Perfekt und das Plusquamperfekt des Passivs und des Konjunktivs. Hand in Hand mit der Herausbildung neuer Zeitformen geht im Mittel- und Frühneuhochdeutschen die Bereicherung des Sinngehaltes der Kategorie der Zeit vor sich; ihre Ausdrucksmöglichkeiten wachsen:

a) es entwickelt sich die grammatischen Kategorie der Zukunft;

b) neben der Kategorie der absoluten Zeit ensteht auch die Kategorie der relativen Zeit;

c) die teilweise Synonymie des Präs. mit dem Prät. schafft die Voraussetzungen für die Entwicklung einer stilistischen Differenzierung beim Gebrauch der Zeitformen.

Von diesen Entwicklungsprozessen fallen die Verbreitung der analytischen Zeitformen der Vergangenheit, die im aht. erst im Werden waren, und die damit verbundenen Wandlungen im Sinngehalt der Kategorie der Zeit in die mhd. Zeit.

1. Das Perfekt und das Prät. unterscheiden sich schon in erster Linie als Gesprächs- und Erzählform.

2. Das Prät. wird regelmäßig als Erzählform gebraucht.

3. Das Perfekt wird regelmäßig als Gesprächsform gebraucht.

Auf der Grundlage der anfändlichen perfektiven Bedetung des Perfekts und des Plusquamperfekts entwickelt sich der relative Gebrauch dieser Formen für den Ausdruck der Vorzeitigkeit. das Plusquamperfekt wird häufig zusammen mit dem Präteritum gebraucht und drückt die Vorzeitigkeit in der Vergangenheit aus.

Solcher Gebrauch zeigt, dass sich im Rahmen der Kategorie der Zeit eine neue grammatische Bedeutung entwickelt – die Bedeutung der Vorzeitigkeit und dass das Plusquamperfekt und zum Teil das Perfekt allmählich zu Spezialformen der Vorzeitigkeit werden.

Der Gebrauch des Perfekts zusammen mit dem Präs. trägt auch zur Entwicklung des Perfekts zur Zeitform bei, die das vergangene Geschehen mit der Gegenwart verbindet, seine in der Gegenwart nachhaltende Bedeutung betont.

22. Die fortschreitende Differenzierung im Gebrauch der Zeitformen des Konjunktivs

Der Indikativ ist wie im nhd. als die Normalform, die einen Sachverhalt als gegeben darstellt, am häufigsten vertreten.

Der Konjunktiv Präsens, der nach seiner Form dem alten Optativ entspricht, hat optativische und konjunktivische Funktion. Er steht in Hauptsätzen zum Ausdruck einer erfüllbaren Bitte, eines Wunsches, z.B. Herzleiebez vrouwelin, got gebe dir hiute und iemer guot (WA), oder einer Aufforderung und rückt damit z.B. in die Nähe des Imperativs: der meie bringe uns al sin wunder (WA). Möglichkeiten der Umschreibung mit modalen Hilfsverben setzen in frühester mhd. Zeit ein: ´mit laster ir gescheiden sult von guten recken sin´(NL), dâ vor müeze mich got hüeten alle tage’(MF).

Der Konjunktiv Präteritum hat hzpothetische Funktion und bezeichnet die Irrealität: ouwê gesǽhe ich si under kranze!(WA). Mit Umschreibung: Möhte ich verschlâfen des winters zit! (WA). Besondere Bedeutung kommt dem Konj. in Gliedsätzen zu, er kann dazu dienen, die Abhängigkeit zu kennzeichen.

Der Imperativ wird zum Ausdruckvon Bitte, Befehl, Aufforderung verwendet, und zwar als einfache und auch als umschriebene Form, 2.P.Sg. Scham dich, daz dǔ mich an lachest(WA); 2P.Pl. Scheidet, vrouwe, mich von sorgen, liebet mir die zit(WA)... Die Form für die 1.PPl. steht in der Funktion der Aufforderung oder Mahnung: wir suln sin gemeit(WA).

Соседние файлы в предмете [НЕСОРТИРОВАННОЕ]