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Wortbedeutung.docx
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2. Struktur der Wortbedeutung

Die Bedeutung ist strukturiert, d.h. sie besteht aus einer Konfiguration von Bedeutungselementen. Jede Bedeutung lässt sich in kleinste Merkmale zerlegen. Die kleinsten Bedeu­tungselemente, die die Wortbedeutung konstituieren, werden meist als semantische Merkmale, Seme, semantische Konstituenten oder Noeme bezeichnet. Seme (das Sem) sind also die kleinsten Bedeutungselemente als Bestandteile der lexikalischen Bedeutung.

Als Beispiele für die Zerlegung der Bedeutung eines Wortes kön­nen genannt werden:

Die geordnete Menge von Semen, aus denen sich die Bedeutung konstituiert, wird als „(das) Semem (-e)" (lexisch-semantische Variante) bezeichnet.

Die Seme bilden eine hierarchisch geordnete Struktur.

Die Merkmale, die das Semem am allgemeinsten charakterisieren, sind zunächst kategorial-semantische Seme. Sie spezifizieren das Lexem als Wortart. So ist das kategorial-semantische Sem der Verben „Prozessualität, Prozess", das der Substantive „Gegenständlichkeit", das der Adjektive „Merkmalhaftigkeit".

Die zweite Gruppe bilden lexikalische bzw. individuelle Basisseme. Sie stellen den begrifflichen Kern des Semems dar.

Die dritte Gruppe bilden differenzierende (konkretisierende) und auch begrifflich wertende Seme, die besonders relevant sind bei der Kom­ponentenanalyse der Synonyme, Antonyme und der feldmäßigen Anordnung der Lexik.

Die hierarchische Anordnung von Semen kann man in Form eines Stammbaumes veranschauli­chen. Die Merkmale werden folgendermaßen bezeichnet:

+ zutreffend

- unzutreffend

o nicht vorhanden/irrelevant

± kann zutreffen oder auch nicht.

Ein weiteres Beispiel zur Illustration der hierarchisch organisierten Seme wird am Material des semantischen Feldes „Gewässer" in Form von Matrix angeführt, in der alle Arten von Semen vorkommen: (1) kategorial-semanti­sche („Gegenständlichkeit"), (2) lexikalische („unbelebt", „Aggregatzustand" und „Begrenzung"), (3) differenzierende oder konkretisierende Seme der „Bewegung" („stehende" oder „fließende" Gewässer) und der „Größe" („gro­ße/kleine" stehende oder fließende Gewässer), wobei hier auch wertende Seme („positiv", „negativ") vorhanden sind.

Mehrdeutigkeit (Polysemie)

1. Sememstruktur der Wortbedeutung

2. Direkte und übertragene Bedeutung

3. Reguläre Mehrdeutigkeit

a) Metaphorische Beziehungen zwischen Sememen als Ausdruck der regulären Mehrdeutigkeit

b) Metonymische Beziehungen als Ausdruck regulärer Mehrdeutigkeit

c) Hyperonymische Beziehungen als Ausdruck der regulären Mehrdeutigkeit

4. Ursachen der Polysemie

1. Sememstruktur der Wortbedeutung

Ihrer lexikalischen Semantik nach können die Wörter einer Sprache ein- und mehrdeutig sein. Die meisten Wörter sind mehrdeutig.

Unter Mehrdeutigkeit oder Polysemie versteht man die Fähigkeit ei­nes Wortes, mehrere miteinander verbundene/ zusammenhängende Bedeutungen zu haben, d. h. mit einem Formativ werden mehrere Bedeutungsvarianten (Sememe) fest verbunden.

Die Sememe eines Wortes bilden seine semantische Mediostruktur (agricola 1987).

Holz hat folgende semantische Mediostruktur:

1) amorpher Stoff Holz brennt gut; ein Zimmer mit Holz verkleiden

relevant sind hier das Fehlen des Plurals und des unbestimmten Artikels

2) Holzarten' helle Hölzer, edle Hölzer

Plural und unbestimmter Artikel sind möglich

3) Gegenstände aus Holz' Streichhölzer, Pflanzhölzer

4) kleiner Wald' ins Holz gehen

die Blume

Semem 1: Pflanze, die Blüten hervorbringt (Blumen pflanzen)

Semem 2: Blüte von einer Pflanze (An einer Blume riechen.)

Semem 3: Duft, Aroma (Der Wein hat eine köstliche Blume)

Semem 4: Schaum (Die Blume abtrinken)

Semem 5: Schwanz (Jägersprache: Vom Hasen die Blume sehen)

Polysemie und Sprachvergleich

Stimmen Lexeme verschiedener Sprachen in einer oder mehreren Bedeutungen überein, so unterscheiden sie sich in ihrer Mediostruktur, in der Anordnung und Zahl ihrer Sememe. So stimmen z. B. dt. Platz und russ. ploscad' in der Bedeutung .Markt', .offener Flecken'überein: Marktplatz, Goetheplatz, aber Platz in dt. Platz machen, einen Platz anbieten, auf meinem Platz kann nicht mit ploscad' übersetzt werden, sondern mit mesto. Vgl. die Sememe von arbeiten und rabotat'. Hier werden Übereinstimmungen und Leerstellen deutlich sichtbar:

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