- •Die Wortbildung als der wichtigste Weg und das produktivste Verfahren der Wortschatzerweiterung
- •6. Neologismen und ihre Klassifikationen
- •7. Linguistische Merkmale der Neologismen unserer Zeit
- •8. Lexikologische und lexikografische Aspekte der Neologismenforschung
- •V. Die wortbildung als der wichtigste weg und das produktivste verfahren der wortschatzerweiterung
- •1. Die Wortbildung als linguistische Disziplin. Gegenstandsbereich der Wortbildung. Allgemeine Charakteristik der wichtigsten Begriffe der Wortbildungslehre
- •2. Zusammensetzung (Komposition)
- •3. Ableitung (Derivation)
- •4. Zusammenbildung
- •5. Kurzwortbildung (Abkürzung)
- •5. Kurzwortbildung (Abkürzung)
- •6. Konversion (Wortartwechsel)
- •7. Wortschöpfung durch Lautnachahmung
4. Zusammenbildung
Die Zusammenbildung ist eine relativ junge Wortbildungsart. Die Zusammenbildungen entstehen durch zwei Prozesse:
1) Zusammensetzung + Suffigierung;
2) Zusammensetzung + Substantivierung.
Die produktivsten Modelle der Zusammenbildungen je nach der Wortart sind:
- bei den Substantiven: -er, -ung, -e: Langschläfer, Gesetzgebung, Inanspruchnahme;
- bei den Adjektiven: -ig, -erisch: blondhaarig, schwerhörig, vielköpfig, großtuerisch. Bei den Wörtern vom Typ blondhaarig, großtuerisch ist ein anderer Ableitungsweg möglich, sie können als suffixale Ableitungen von „Blondhaar“, „Großtuer“ angesehen werden.
Die grammatische Kategorie und das Geschlecht werden nach dem Suffix bestimmt. So sind die Zusammenbildungen Danksagung, Teilnahme Substantive weiblichen Geschlechts, Kopfhänger, Teilnehmer - Substantive männlichen Geschlechts, blauäugig ist ein Adjektiv.
5. Kurzwortbildung (Abkürzung)
Die Kürzung (Kurzwortbildung) ist eine relativ neue und außerordentlich produktive Wortbildungsart. Die Abbreviaturen kamen zuerst in der schriftlichen Sprache auf. Eine besonders rasche Entwicklung nahmen sie als „neue Kommunikationsform in neuen Medien“ im 20. Jahrhundert. Die Bereiche, in denen Abkürzungen massenweise entstehen, sind: Wissenschaft und Technik, Massenmedien (insbesondere Pressesprache), Gesellschaftsleben, Handel und Werbung. Als Ausdruck der Tendenz zur Sprachökonomie ermöglichen die Abkürzungen erhöhte Schnelligkeit ihrer Übermittlung.
Man unterscheidet die folgenden Arten oder Modelle von Abkürzungen:
1. Buchstabenabkürzungen (Buchstabenwörter, Akronyme, buchstabiert gesprochene Initialwörter).
2. Lautabkürzungen (fonetisch gebundene Initialwörter).
3. Silbenabkürzungen.
4. Kontrakturen oder Klappwörter. Sie entstehen jeweils aus den ersten („Kopf“) oder letzten („Schwanz“) Teilen von Wörtern. Demgemäß unterscheidet man:
a) Kopfwörter (vom vollständigen Wort bleibt nur der Anfang übrig);
b) Schwanzwörter (das Ende des Wortes ist übrig geblieben).
c) Klammerwörter, bei denen nur die umklammernden Außenteile des längeren Wortes erhalten bleiben.
5. Der gemischte oder der Übergangstyp: verkürzt ist das erste Element der Zusammensetzung, das Grundwort wird beibehalten.
6. Grafische Abkürzungen (Kontraktionen).
Das Genus der Kurzwörter entspricht im Allgemeinen dem der vollständigen Wörter: das Krad (das Kraftrad), die Lok (die Lokomotive); es gibt jedoch einzelne Ausnahmen: das Kino, aber: der Kinematograf; das Foto, aber: die Fotografie. Der Genitiv und der Plural der Kurzwörter werden meist mit -s gebildet: des Akkus, des Pullis, des Autos; die Akkus, die Pullis, die Autos; daneben auch: die Busse, die Kräder.
Abkürzungen werden auch als Warenzeichen verwendet. Zu den 100 gebräuchlichsten Markennamen der Welt gehören acht deutsche Markennamen, vier davon sind Kurzwörter: Adidas (< Adi Dassler - Eigenname), Persil (aus: Perborat + Silikat, ein Kochwaschmittel), BMW (Bayerische Motorenwerke), VW (Volkswagen).
