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6. Neologismen und ihre Klassifikationen

Das Wort Neologismus entstand aus den griechischen Stämmen neo (neu) und logos (Wort). Um einen Neologismus festzustellen, muss man die Zeit seines erstmaligen Gebrauchs fixieren, erst zu dieser Zeit und kurz darauf kann ein Wort als Neologismus gelten. Nach Ansicht einiger Neologismenforscher empfindet das gesellschaftliche Sprachbewusstsein ein Wort als neu im Laufe von 1-5 Jahren (Zabotkina, 1991). Die Neologismen erscheinen vor allem in der Rede (als individuelle Schöpfungen) und dann werden sie in dem Sprachkollektiv (auf der Ebene der Sprache) fixiert. Aktuelle Neologismen entstehen als einzelne Wörter, so auch als eine Gruppe von Wörtern, z. B. das Ambiente (die Umwelt); Hobby statt Steckenpferd: Hobbyraum, Hobby-Maler.

Es gibt einige Klassifikationen der Neologismen:

  1. Die traditionelle deutsche Klassifikation.

  2. Die Klassifikation von R. Klappenbach und W. Steinitz.

  3. Die Klassifikation von D. Herberg und K. Heller.

Nach dieser Klassifikation werden Neologismen folgenderweise definiert: „Ein Neologismus ist eine lexikalische Einheit (bzw. ein Formativ oder eine Bedeutung), die in einem bestimmten Abschnitt der Sprachentwicklung auf Grund kommunikativer Bedürfnisse in einer Gemeinschaft aufkommt, sich ausbreitet, als sprachliche Norm kollektiv akzeptiert und als neu empfunden wird“, z. B. Fan, Direktstudium, Disko u. a.

Je nach der Sprachebene lassen sich fonetische, morphologische, lexikalische, grammatische Neologismen unterscheiden. Als grammatischer Neologismus gilt z. B. die Konstruktion „er ist beim Lesen, Schreiben...“.

Zu den Neologismen gehören auch Exotismen.

7. Linguistische Merkmale der Neologismen unserer Zeit

Die Bildung von Neologismen unserer Zeit in Deutschland hat einige linguistisch wesentliche Eigenschaften:

1) Sie spiegelt am deutlichsten die historisch-konkreten sozialen Verhältnisse und die entsprechenden Denotate wider.

2) Die Bildung von Neologismen erfolgt nach Wortbildungsmodellen.

3) Neologismen entstehen gewöhnlich reihenweise.

4) Die Bildung von Neologismen ist oft verbunden mit Bedeutungsveränderungen und mit fremdsprachlichen Entlehnungen.

5) Die meisten Neologismen sind Substantive.

6) Neologismen rufen Veränderungen im lexikalisch-semantischen System hervor. Sie verdrängen andere Wörter, wirken durch ihre Semantik bedeutungsdifferenzierend auf andere Einheiten.

8. Lexikologische und lexikografische Aspekte der Neologismenforschung

Die russische Sprachforscherin N.Z. Kotelova (Sankt Petersburg), die in den 70er Jahren des XX. Jhs. eine Datenbank der russischen Neologismen initiiert hat, verweist auf drei Merkmale der Neologismen:

  1. die Zeit, in der sie aufgekommen sind;

  2. ihr „Sprachraum“ (Sachbereich und Textverwendung);

  3. ihre Zugehörigkeit zum Sprachsystem bzw. zur Rede. Daher terminologische Unterschiede: Neuwörter im Sprachsystem, Neologismen in der Kommunikation.

Zu den eigentlichen Neologismen (Neuwörtern) zählt E.V. Rozen die Wörter, die keine Vorgänger im deutschen Wortbestand hatten, vom Typ: Computer, Terminal. Dazu gehören viele Kunstwörter (Fantasienamen) aus der Werbesprache - Warenzeichen, Firmennamen, Kunststoffe, z. B.: das Tefal, das Teflon, das Dimafon (diktieren + Magnetofon); frühere, international bekannte Wörter: Cellophan, Lynotyp. Neuere verbreitete Bezeichnungen: Telex (teleprinter + exchange), Fax, Xerox (griech. xerox - trocken), Internet.

Die Tendenz zur Sprachökonomie zeigt sich in einer Flut von neologischen Abkürzungen.

In einem Jahrzehnt (1971-1979) kamen über 1500 neue Kurzwörter auf, die im Duden registriert wurden. Man nennt diesen Trend „Inflation durch Abkürzungen“.

Auffallend produktiv sind die international gültigen „Halbpräfixe“ Bio-, Euro-, Öko-, Pop-, Rock-.

Bei den Substantiven ist das suffixale Modell mit den Suffixen –ist, -loge, -ler, -ant, -er, -o, -i verbreitet: Visagist, Klimatologe, Protestler, Chemikant, Macher, Filipino, Israeli (Nationalität).

Die Neugebilde unter den Adjektiven kommen als Lehnwörter aus den Fremdsprachen und aus den deutschen Dialekten, Jargonismen und aus dem deutschen Argot: cool (übertr. high), link (gemein, hinterlistig: linker Typ (Betrüger, verlorener Mensch)). Es gibt eine ganze Reihe von Adjektiven auf -ig, -lich, -isch, -bar: trendig (modisch), poppig, flaschig (Ich bin im Fußball ziemlich f.), freakisch (Er sah f. aus: lange Haare, Parka, Stirnband, geflickte Jeans, Schlapphut), stressig, machbar, textbar.

Unter den Verben gibt es in den letzten Jahren eine geringe Zahl von Neologismen. Es sind vor allem angloamerikanische Lehnwörter (starten, parken, testen, joggen, mailen). Die verbalen Neologismen sind in der Regel Zusammensetzungen oder Ableitungen: raubkopieren, freipressen

Unter Interjektionen gibt es auch einige Neologismen: Hallöchen! (Hallo!), Chao!, Chin-Chin! (Prosit!).

Die Neubedeutungen (semantische Neologismen) entstehen dadurch, dass bestehende Wörter neue Sememe entwickeln. In diese Gruppe gehören die Substantive Konversion (Umstellung der militärischen Produktion auf die Herstellung von zivilen Konsumgütern), Maus (am Computer), medizinische Termini: Stress, Schock, Frustration (Frust), Allergie in allgemeinsprachlicher Bedeutung.

Die lexikalischen Innovationen aller Typen sind ein aktuelles Objekt der lexikografischen Darstellung. Maßgeblich für die deutsche Neologismenforschung ist „Das neue Trendwörter-Lexikon. Das Buch der neuen Wörter“ von Sebastian Loskant (Gütersloh; München, 1998). Auf 192 Seiten sind einige hundert Neologismen (sehr viele Angloamerikanismen) mit Erläuterungen aufgeführt, die sich auf aktuelle Themen beziehen: Computertechnik, Medien, Internet und Telekommunikation, Sozialpolitik, Wirtschaft, Wissenschaft, Mode, Fitness, Freizeit und Sport. Speziell werden die Wörter (und die Unwörter - die Idee von H.D. Schlosser) des Jahres behandelt. Auf der Liste der Wörter des Jahres 1997 finden wir unter anderen: Reformstau, Bildungsmisere, Klonschaf (Dolly), Jahrhundertflut, Paparazzi, Arbeitsgesellschaft.