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копылова (Deutsch in Geologie).doc
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  1. Drei Gruppen von Bodenschätzen.

Nach der Vorlesung beantwortete der Professor die Fragen der Studenten.

Professor Ich bin bereit, Ihre Fragen zu beantworten.

Ein Student: Herr Professor , ich möchte wissen… Bereits im 17. Jahrhundert

hatten die Gelehrten festgestellt, daß die industriellen Betriebe in Großbritanien alle Wälder «auffressen» werden. Was meinen Sie dazu?

Professor: Das ist völlig richtig. Das Metall wurde damals mittels Holzkohle aus dem Erz geschmolzen . Aus der Geschichte ist es aber bekannt: die Voraussagen der Gelehrten gingen nicht in Erfüllung. Die Holzkohle wurde von einem mineralischen Brennstoff abgelöst. In Großbritanien gibt es Wälder nach wie vor.

Student: Ich hätte gern noch gewußt, ob man die Bodenschätze nur einmal

ausnutzen kann? Entstehen sie auch in der Gegenwart?

Professor: Dazu möchte ich folgendes sagen. Es gibt zwei Grundfaktoren für

die Entstehung von Bodenschätzen im Erdinneren: Jahrmillionen und besonders günstige geologische Bedingungen. Die Mehrzahl der Bodenschätze kann man nur einmal ausnutzen.

Beim Studium des Bildungsprozesses nutzbarer Bodenschätze unterscheiden die Geologen drei Hauptgruppen. Und sie haben wirklich recht.

Eine Studentin: Aber wenn es Ihre Zeit erlaubt, würde ich Sie bitten, diese drei Gruppen der Bodenschätze zu charakterisieren.

Professor: Ja, vielleicht darf ich noch etwas ergänzen. Zur ersten Gruppe gehören die praktisch nicht wieder regenerierbaren Mineralreichtümer. Das sind vor allem die Erzlagerstätten. Der erste Typ also ist an Magmatismus gebunden.

Studentin: Herr Professor, können Sie bereits mit einer gewissen Sicherheit

sagen , ob Erdöl und Kohle regenerierbar sind? Ich habe vorhin nicht alles verstanden.

Professor: Sehen Sie mal, Erdöl und Kohle kann man zur zweiten Gruppe

rechnen; sie sind an die Sedimentationsprozesse gebunden und in geologischen Zeiträumen wahrscheinlich regenerierbar.

Studentin: Herr Professor, uns ist es auch bekannt, daß die Salze jährlich ergänzt werden können. Gehören sie nicht zu der dritten Gruppe der Bodenschätze?

Professor: Sie haben vollkommen recht. Die dritte Gruppe sind die Salze der heutigen salzigen Flachwasserseen und Buchten.Der dritte Typ ist an die metamorphen Umwandlungen gebunden.

Student: Zunächst einmal vielen Dank für die Information .

Professor: Gibt es sonst noch Fragen?

Wie ich sehe, nicht mehr .

Dann müssen wir uns verabschieden.

Auf Wiedersehen!

Gründliches Lesen

(Sprechaufgaben zum Text 3 auf der Seite 9 )

  1. Aus der Geschichfe der Geologie

Abraham Gottlob Werner hat keine umfangreichen Werke hinterlassen . Das lebendige Wort war ihm lieber. Aus ganz Europa kamen Hörer zu seinen Vorlesungen. Das Städtchen Freiberg , wo der Gelehrte lebte , wurde so zum Zentrum einer entstehenden Wissenschaft. Zunächst hieß sie Geognosie, später Geologie.

Was lehrte er denn, der Professor Werner? Die Sedimentgesteine seien auf dem Wege der chemischen oder mechanischen Ausfällung aus wäßriger Lösung entstanden. Verdampft man z.B. sehr salzhaltiges Wasser, dann fällt das Salz in Form von Kristallen aus der Lösung aus. Zieht man einen Damm durch einen träge dahinfließenden Fluß, dann werden sich Schlamm und Sand auf dem Grund niederlassen. Selbst vulkanische Laven sind nichts anderes als umgeschmolzene Sedimentgesteine, behauptete Abraham Werner.

Eifrig schrieben die Hörer die interessanten Vorlesungen mit. Dann veröffentlichten sie eigene Werke, in denen sie die Gedanken ihres Lehrers wiederholten. Werner selbst verachtete die “Schreiberei” bis ins hohe Alter hinein. Erst kurz vor seinem Tode griff er zur Feder und schrieb das Buch “Neue Theorie von der Entstehung der Gänge”, das 1791 in Freiberg erschien.

“Die Erze sind in Erdrissen und–spalten entstanden, die von oben mit wäßrigen Lösungen gefüllt wurden,” verkündete er hartnäckig. Und viele Gelehrte am Ausgang des 18. und zu Beginn des 19.Jahrhunderts dachten nur so, nicht anders.

Abraham Werners Ideen waren eine Weiterentwicklung der Ideen des deutschen Arztes Agricola, der im 16.Jahrhundert lebte. Werner gilt jedoch mit Recht als Vater der Neptunisten-Schule, deren Anhänger behaupteten, die Gesteine und Bodenschätze seien aus dem “Wasser” entstanden.

Im Jahre 1795, nach dem Erscheinen des Buches von James Hutton “Die Theorie der Erde” entspann sich ein regelrechter Krieg zwischen den Neptunisten und den Verfechtern des entgegengesetzten Standpunktes, den Plutonisten.

Der Schotte James Hutton hatte Arzt werden sollen, aber er begeisterte sich für Chemie und Geowissenschaften. Diese Verbindung von Kenntnissen half ihm, einen besseren Weg zu finden zum Verständnis für die Entstehungsbedingungen der Bodenschätze. Allerdings leugnete der Schotte nicht, daß unser Planet in einer frühen Periode von einem riesigen Ozean bedeckt gewesen sein mußte, und erst danach waren Inseln und Kontinente aus ihm emporgetaucht. Doch welche Kraft hatte die lockeren Sedimente der ozeanischen Tiefen in festes Gestein verwandelt?

Diese Kraft, so meinte der Gelehrte, war die Hitze. Sie schmolz alles um, und dabei entstanden verschiedene Gesteine. Unter Einwirkung innerer Hitze begannen sich die Erdschichten zu verbiegen, emporzuwölben und zu zerreißen. In Klüfte und Spalten drangen die aufgeschmolzenen Massen der künftigen Bodenschätze. Durch unterirdische Hitze entstanden Vulkane, die Lava an die Oberfläche ergossen. Im Unterschied zu den Tiefengesteine, die in Form riesiger kristalliner Massen granitähnlich erkalteten, ähneln die Laven Glas und Schlacke.

Auch Huttons Ideen waren nicht ganz originell. Etwas Ähnliches hatte vor ihm schon der Philosoph Descartes behauptet. Hutton aber war der Begünder der Plutonisten- Schule. Sie verfochten die magmatische Herkunft der Sedimentgesteine.

Fakten, Fakten und immer wieder Fakten, hierin besteht die erste Entwicklungsetappe jeder Wissenschaft. Auf ihrer Grundlage wird verallgemeinert, Theorien entstehen, Gesetze werden entdeckt. In der Geologie war das 19.Jahrhundert eine Zeit der verstärkten Sammlung von Fakten, allerdings nicht zugunsten der Neptunisten. Die Verfechter der magmatischen Herkunft der Gesteine gewannen die Oberhand.

Wortliste zum Text 3.