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копылова (Deutsch in Geologie).doc
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  1. Geheimnisse der Planeten bleiben.

Emsig studieren und erforschen wir unseren Planeten. Anscheined stellen wir dabei Tatsachen fest, die unanfechtbar sind. Aber die Zeit vergeht, und neue Entdeckungen wecken neue Zweifel.

Viele Wissenschaftler sind auch heute noch davon überzeugt, die feste Hülle der Erde habe ihre Schichten im Laufe der Abkühlung gebildet. Die schwereren Stoffe seien hierbei nach unten gesunken, während sich die leichteren in den oberen Schichten ansammelten. Das Wasser der Weltmeere sei aus der Atmosphäre ausgefällt worden. Zunächst sei es Süßwasser gewesen. Später hätten die Flüsse, indem sie Salze aus Festland herausspülten, dem Meerwasser einen bittersalzigen Beigeschmack verliehen. Erscheint doch alles ganz logisch. Aber man beschloß, einige Versuche durchzuführen. Einen Boten des Weltalls, einen Meteoriten, brachte man ins Labor – einen Splitter der vermutlichen Urerde. Viele Wissenschaftler nehmen an, der Planet Erde sei ursprünglich eine Zusammenballung kalter Gesteinsmaterie gewesen, die sich aus kosmischer Materie formte. Erst später, mit der Verdichtung und Verfestigung, habe sich diese Masse erwärmt, aber nicht gleichmäßig. Aus einem Stückchen der Meteoritenmaterie formte man einen Zylinder – das winzige Modell eines neugeborenen Planeten. Man begann ihn zu erwärmen, schmolz ihn unter hohem Druck in einem Spezialgerät. Er begann allmählich zu schmelzen. Die leichtschmelzbaren Komponenten sammelten sich im oberen Teil der Schmelze. Im abkühlenden Material blieben die schwerschmelzbaren Komponenten im unteren Teil zurück. Gleichzeitig wurden Gase freigesetzt. Ein solches zonales Schmelzen der Gesteine ist offenbar auch im oberen Erdmantel erfolgt. Dieses Schmelzen trennte die schwerschmelzbaren Stoffe von den leichtschmelzbaren.

Während des Schmelzens wurden Gase und salzgesättigte Wasser frei. Deshalb waren die Weltmeere seit ihrer Entstehung salzig. Die sich bildenden Kontinente preßten gewissermaßen das Wasser aus sich heraus, wobei “trockener” Basalt übrigblieb. Als “Brennstoff” für den siedenden Kessel der Erdtiefen dienten radioaktive Elemente.

Diese Schlußfolgerungen sind logisch. Versuche bestärkten die neue Hypothese, die Akademiemitglied A.P.Winogradow, ein bekannter Geochemiker, aufstellte. Doch schon wieder gibt es ein “Aber.”. Radioaktive Mineralien findet man hauptsächlich in nicht großen Tiefen.

Was aber weiter unten los, in der Tiefe? Das ist vorläufig ein Rätsel. Die langlebigen Isotope von Uran, Thorium, Kalium u.a. setzen Wärme frei. Ihre Halbwertszeit ist mit dem Alter der Erde vergleichbar. Wenn unser Planet aber nicht 4,5 Milliarden Jahre alt ist, sondern vielleicht 5 Milliarden Jahre, so ist die entwickelte Wärme im zweiten Fall etwa anderthalbmal so groß.

Wärme erzeugen auch die kurzlebigen Isotope des Aluminiums, Berylliums, von Eisen, Chlor usw. Ihre Halbwertszeit erstreckt sich nur über ein paar Millionen Jahre. Wissen Sie, was geschähe, wenn die gesamte Energie radioaktiver Elemente in unserem Planeten erhalten bliebe? Die Erde würde sich auf 3000ºC erhitzen.

Was aber, wenn die Kenner des Stammbaums unserer Erde, W.G.Fesenkow und J. Verhoogen, recht haben? Berechneten sie doch, daß bei der Bildung der Urerde aus kosmischen Teilchen nur die Gravitationsenergie eine so gewaltige Wärmemenge freisetzen könnte, die ihrerseits ausgereicht hätte, um den Planeten in glühendes Gas zu verwandeln.

Aber die Erde ist ja in der Vergangenheit nicht verdampft. Ziemlich kühl ist sie auch jetzt noch. Das sind eben Fakten, über die man nachdenken sollte.

Die Mächtigkeit der festen Erdkruste beträgt unter den Kontinenten etwa 40 Kilometer, unter den Weltmeeren liegt sie im Mittel bei 8 bis 10 Kilometern. Die seismisch ermittelte Grenzschicht, die Kruste und Erdmantel trennt, wurde nach ihrem Entdeker Mohorovicic-Diskontinuität genannt. Unterhalb dieser Grenzfläche müßten die vermuteten ultrabasischen Gesteine des oberen Mantels beginnen.

Die Wissenschaftler haben Versuche mit analogen, an der Erdoberfläche existierenden Gesteinen durchgeführt. Sie untersuchen ihre seismischen Eigenschaften bei unterschiedlichen Drücken. Da zeigte sich, daß die Geschwindigkeit der elastischen Wellen zugleich mit der Vergrößerung des Druckes wächst. Man könnte deshalb annehmen, in den Tiefen unterscheide sich die Materie weniger durch ihre Zusammensetzung als vielmehr durch ihren physikalischen Zustand.

Bekanntlich hat gewöhnlicher Quarz eine Dichte von 2,6. Sowjetische Wissenschaftler haben eine Variante von künstlichem Quarz mit einem Dichtewert 4,28 erhalten. Man nannte diese Quarzvariante Stipovit.

Vielleicht handelt es sich um eine Analogie zu Gesteinen aus den unbekannten Tiefen unseres Planeten? Ein solches Mineral entsteht nämlich bei Drücken von 120000 Atmosphären und einer Temperatur von 1000ºC.

Langsam driften die Kontinente, entfernen sich bzw. nähern sich wieder an. Die Arabische Halbinsel dreht sich im Uhrzeigersinn, wobei der Graben des Roten Meeres noch weiter gedehnt wird. In der Mittelzone des Roten Meeres dringen Magmen mit hohen Erzgehalten an die Oberfläche. In anderen Bereichen der Erde, zum Beispiel an der Pazifikküste Südamerikas, wird ozeanische Kruste in die Tiefe gezogen.

Auf unerwartete Fakten stoßen auch die praktischen Geologen. In den Erdtiefen endeckte man festes Gas. Die Erdölspezialisten entdeckten in Sibirien bei Bohrungen Schichten unterirdischen Frostbodens, die beträchtlich südlicher lagen, als die Glaziologen vermutet hatten.

Übrigens – Sibirien, das ist ein Gebiet vieler neuer Entdeckungen. Anders steht es um die bereits intensiver erkundeten Bereiche von Rußland. Welche Neuigkeiten könnte man z.B. noch im europäischen Teil unseres Landes unter Birkenhainen und Apfelgärten entdecken! Aber gerade hier wurde ja ein riesiges unterirdisches “Meer” gefunden, mit einer Fläche von 700 000 Quadratkilometern. Sein Zentrum liegt in Moskau, in der Talalichin-Straße. Die Gewässer dieses unsichtbaren Meeres können heilen, heizen, kühlen und wertvolle Salze liefern.

Für viele Wissenschaftler ist es eine Wahrheit, die keiner weiteren Beweise bedarf: Erdöl und Erdgas haben sich aus den Überresten abgestorbenen Tiere und Pflanzen gebildet. Das “schwarze Gold” und den blauen Brennstoff” muß man innerhalb der Sedimentschichten suchen. Doch auf der Halbinsel Kola streichen magmatische Gesteine an der Erdoberfläche aus, sie setzen sich auch in die Tiefe fort, es sind Granite und Basalte. Und in der Nähe der Stadt Kirowsk vernahm man ein aus den Tiefen der Erde stammendes seltsames Pfeifen. Beim Zünden eines Streichholzes gab es eine Explosion! Menschen kamen dabei nicht zu Schaden. Darunter “litt” lediglich die allgemein akzeptierte Theorie von der organischen Herkunft des Erdöls. Die Gelehrten stellten fest: Unter der magmatischen Gesteinen in der Umgebung von Kirowsk können Erdgaslagerstätten vorhanden sein. Was soll das heißen? Ist es ein Zufall oder der Weg zu einer wichtigen Entdeckung?

Einst fuhren Geologen mit einem Pferdewagen durch die Steppe und blieben in einem schmalen Graben stecken. Mit Hilfe eines Balkens suchte man ihn herauszuziehen. Man legte einen Stein unter den Balken. Dann betrachtete man den Stein genauer, und es zeigte sich: Die Geologen hatten einen Bergkristall gefunden. Wer hätte vermuten können, einen Bergkristall zu finden, wo auch nicht die Spur von Bergen war! Wer hätte auch nur ahnen können, daß man es hier mit der im Weltmaßstab bedeutendsten Grube zur Förderung von Piezokristallen zu tun hatte! Auch dieser Vorfall wirft neues Licht auf die Gesetzmäßigkeiten der Entstehung und Verteilung der Naturreichtümer.

Unklarheiten bleiben also. Sie haben sich mit einigen Hypothesen und Entdeckungen bekannt gemacht. Doch wie viel Unbekanntes gibt es noch zu ergründen! Es gilt, die Geheimnisse des Planeten zu erkunden; wir müssen den Schlüssel ergreifen zu den Schätzen, die in den Tiefen verborgen sind, bezwingen müssen wir, was unter unseren Füßen lagert. Und mit Verstand solten wir es nutzen!

Wortliste zum Text 27

r Apfelgarten - яблоневый сад

r Balken - бревно;брус

r Beigeschmack - привкус

r Birkenhain - березовая роща

r Bote - посланец, вестник

e Diskontinuität - 1.прерывистость; 2.разрыв

r Erzgehalt - содержание руды (в породе)

s Festland - материк, суша, континент

r Graben - котлован, траншея, канава

e Halbinsel - полуостров

e Halbwertzeit - период полураспада

e Hülle - покров;оболочка;покрывало

e Kruste - кора(земная)

r Mantel - верхняя мантия земли

s Pfeifen - свист

r Pferdewagen - повозка; телега; коляска

s Rätsel - загадка

e Spur - след

r Splitter - осколок;обломок;частица

r Stammbaum - генеалогическое дерево,

происхождение

s Streichholz - спичка

s Stück - кусок

s Süßwasser - пресная (питьевая) вода

r Überrest - остаток;обломок; след

e Unklarheit - 1.неясность;непонятность; 2.туманность

e Urerde - первоначальная (древняя) земля, первоземля

e Vergangenheit - прошлое

s Weltall - космос,вселенная

s Zünden - зажигание,загорание

r Zweifel - сомнение

ahnen - предвидеть(что-л), догадываться

(о чем-л), предчувствовать

s.annähern - 1.приближаться (к кому-л, к чему-л);

- 2.сближаться

ansammeln - накапливать,сосредотачивать;

аккумулировать

ausfällen - выделять,осаждать,коагулировать;

выпадать (об осадках)

ausreichen - быть достаточным; хватать

austreichen - простираться;обнажаться,

выходить на поверхность

bedürfen - нуждаться(в чем-л), требовать(чего-л)

bezwingen - овладеть, покорить, взять,подчинить

dehnen - 1.расширять, удлинять; 2.тянуться,

простираться; 3.длиться

driften - дрейфовать

s.entfernen - удалять, устранять

erhitzen - нагревать; накалять

erscheinen - 1.появляться, показываться; 2.казаться

erwärmen - согревать, обогревать

s.fortsetzen - продолжаться, простираться

freisetzen - освобождать

geschehen - происходить, случаться

heilen - лечить

heizen - отапливать, обогревать

herauspressen - выдавливать;выжимать

herausspülen - вымывать

herausziehen - вытаскивать

kühlen - охлаждать

leiden - пострадать (от чего-л)

schmelzen - (рас)плавиться

sieden - кипеть

sinken - опускаться

steckenbleiben - останавливаться, застревать(где-л)

stoßen - натолкнуться, столкнуться

suchen - 1.пытаться; 2.искать

verdampfen - испаряться, превращаться в пар

verleihen - придавать (силу), присваивать (звание)

vermuten - предполагать; догадываться

vernehmen - (у)слышать, слушать

wachsen - возрастать; увеличиваться, расти

wecken - 1.будить; 2.пробуждать

akzeptiert - признанный, принятый(всеми)

anscheinend - 1.видимо; 2.кажущийся

beträchtlich - значительно

bittersalzig - горько-соленый

emsig - старательно, усердно, прилежно

gleichmäßig - равномерный; симметричный; соразмерный

ihrerseits - со своей стороны

lediglich - лишь, только, исключительно

überzeugt - убежден(ный)

unanfechtbar - неоспоримый; бесспорный; неопровержимый

ursprünglich - (перво)начальный; изначальный

vergleichbar - сравнимый, сопоставимый

vermutlich - предположительно, вероятно

winzig - крошечный; ничтожный

ziemlich - 1.довольно; порядочно;

2.примерно, приблительно

zu Schaden kommen - потерпеть убытки;пострадать,понести

потери; нанести вред

es steht(anders) - иначе обстоят дела

im Uhrzeigersinn - по часовой стрелке

mit Verstand - разумно

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