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копылова (Deutsch in Geologie).doc
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Vierte Unterrichtsstufe

Einführendes Lesen

(Sprechaufgaben zum Text 19 auf der Seite 9 )

19. Eine Luftaufnahme

“Die Erkundung vom Flugzeug aus und die Aerophotographie bei geologischen und geographischen Forschungen gewinnen mit jedem Jahr an Umfang und sind eine sehr wertvolle Methode sowohl wissenschaftlicher Forschung wie auch der praktischen Tätigkeit”, wurde vor Jahrzehnten in der sowjetisсher Zeitschrift “Priroda” behauptet.

Diese Zeilen stammen aus der Feder eines großen Träumers – A.Je. Fersman schreib sie im Jahre 1930.

Es dauerte kein Jahrzehnt, da war die Aerophotogeologie in der Tat ein realer Helfer für die Kundschafter des Erdinneren. Von besonderem Wert ist die Luftaufnahme für jene, die geologische Karten zusammenstellen. Allerdings muß, wer die Erde von der Luft aus erkunden will, gleichzeitig Geograph und Geobotaniker, Geophysiker und Mathematiker sein. Geograph muß er sein, weil er sich in der Landschaft zurechtfinden muß. Die Pflanzenwelt muß er kennen, damit er rechtzeitig eine bestimmte Flora unterscheiden kann, denn mit ihr sind bestimmte Gesteinsarten verbunden. Na, und die Kenntnis der Physik wie auch das Vermögen, mathematische Berechnungen anzustellen, sind die Voraussetzung für eine moderne und effektive Erkundungsarbeit.

Haben Sie schon einmal etwas von spektral empfindlichen Filmen gehört? Sie haben geholfen, den menschlichen Sichtbereich zu erweitern. Besonders gut kommen auf solchen Filmen Gebiete mit intensiver Pflanzenbewachsung heraus. Nicht selten sind solche Gebiete mit Bruchzonen der Erde gekoppelt, in denen die Schichten an der Oberfläche stärker durchfeuchtet sind. Das sagt dem Geologen allerhand.

Es gibt da noch ein interessantes “Spielzeug”, das Stereoskop. Man schaut hinein und erblickt statt flächenhafter Aufnahmen eine räumliche Darstellung. Auf demselben Prinzip beruht auch die Aerostereophotographie. Mit Hilfe des Kompasses mißt man immer wieder auf der Erde die Richtung und Neigung der Schichten, dann wirft man einen Blick auf die Stereoaufnahme und begreift, daß die ganze Arbeit umsonst war, daß man beispielweise nur eine gewaltige Scholle vermessen hat, die im Begriff war, den Hang hinabzurutschen. Es zeigt sich also, daß man alle Messungen viel einfacher und exakter anhand von Fotos ausführen kann. Die im Februar 1977 vom sowjetischen Raumschiff Salut 5 durchgeführten Multispektralaufnahmen haben durch zahlreiche Aufnahmen des Gebiets der DDR ein wertvolles Kartenmaterial geschaffen, das die Grundlage für vielseitige Forschungsarbeit darstellt.

Gegenwärtig beginnt man in der Geologie ganz ungewöhnliche Aufnahmen zu machen, die Radiolokations- oder Funkortungsaufnahmen. Die Abtastung der Erdoberfläche mit Hilfe reflektierter Funkwellen ergibt ein anderes Bild als die fotografische Aufnahme. Auf solchen “Fotos” kann man deutlich die Feuchtigkeit, durch gewisse Anzeichen auch die Erze feststellen, die in der Tiefe der Erdkruste verborgen sind. Übrigens ist das vorerst noch ein Forschugsgebiet der Aerophotogeologie. In der Gegenwart aber kann der Geologe verdeckte Faltenzonen und Brüche sowie Verwerfungen auch schon auf gewöhnlichen Fotos sehr gut erkennen, anhand der Aufnahmen die Umrisse von Sedimentationsräumen und Flußtälern umreißen und feststellen, wohin sich das Trümmergestein ausgebreitet hat.

Der Aerophotogeologe muß seine Arbeit in der verschieden geographischen Gebieten buchstäblich nach Stunden, Tagen oder Monaten planen. Eine Erkundung über einem Tal führt man am baten morgens durch. Der schräge Einfall der Sonnenstrahlen hebt das feingliedrige Relief hervor. Eine Erkundung über Gebirgen führt man am besten unter Mittag durch. Abgründe und Schluchten sind sehr gut sichtbar, es gibt weniger im Schatten liegende Abschnitte. Für multispektrale Aufnahmen über Halbwüsten sollte man den Frühling wählen. In feuchten Gebieten wiederum sind aerogeologische Aufnahmen mehr im Herbst oder Spätherbst zu empfehlen, wenn die Bäume ihr Laub verloren haben.

Durch das Auge des Objektivs kann man auf der Oberfläche unseres Planeten vieles erkennen, das uns hilft, die Geheimnisse des Erdinneren zu lüften. Das eine oder andere bemerkt man auch, wenn man einfach über den Erdboden hinschreitet. Aber dann muß man alle Erhebungen und Senken, Flüsse, Seen und andere Objekte des uns gewohnten Reliefs mit großer Aufmerksamkeit in Augenschein nehmen.