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Wirtschaftsstandorte

Die Lage der Industriestandorte ist abhängig von Vorkommen an Bodenschätzen und von den Möglichkeiten der Verkehrsanbindung. Sekundär spielt auch das Potential von Arbeitskräften in einer be­stimmten Region eine Rolle.

Das größte Industriegebiet in Deutschland ist das Ruhrgebiet. Hier wird Steinkohle gefordert, die für die Verhüttung von Eisenerz benötigt wird. Aus diesem Grund hatten sich eine Reihe von Stahl-und Walzwerken im Ruhrgebiet angesiedelt. Hinzu kommt die günsti­ge Lage am Rhein, der von Basel bis zur Mündung schiffbar ist und vier Länder miteinander verbindet. Der Rhein ist der am dichtesten befahrene Fluss der Welt.

Zwei weitere Industriegebiete liegen ebenfalls im westlichen Teil Deutschlands unmittelbar am Rhein: das Rhein-Main-Gebiet mit dem Zentrum Frankfurt am Main und den Städten Wiesbaden, Mainz, Darm­stadt und Offenbach sowie das Rhein-Neckar-Gebiet mit dem Zentrum Mannheim/Ludwigshafen und den Städten Heidelberg und Neckarsulm.

Im Norden und Osten Deutschlands liegt das Niedersächsische Industriegebiet. Weitere Industriestandorte bestehen in und um die greifen Städte Berlin, Hamburg, Bremen, Saarbrücken, Stuttgart, Augsburg, München, Nürn­berg/Fürth, Schweinfurt und Eisenach.

Auf Grand der industriellen Entwicklung haben sich durch Zuzug in die Industriegebiete die Bevölkerungsschwerpunkte verändert. Die Industriegebiete sind heute die am dichtesten besiedelten Gebiete Deutschlands.

Allgemeine charakteristik

Bundesrepublik Deutschland gehört zu den drei größten In­dustrieländern der Welt. Ihrer wirtschaftlichen Gesamtleistung nach steht sie in der Welt an dritter Stelle — hinter den USA und Japan. Beim Bruttoinlandsprodukt liegt Deutschland hinter den USA und Japan, aber vor Großbritannien und Frankreich und weit vor China und Russland. Im Welthandel nimmt Deutschland sogar den ersten Platz vor den USA ein. Beim Export führt Deutschland die Weltrangliste an, gefolgt von den USA und Japan.

Seit etwa 1960 wurde der Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen hauptsächlich durch die ausländischen Arbeitneh­mer (Gastarbeiter) bewirkt. Arbeitslosigkeit: vom Ende der 50er-Jahre bis in die frühen 70er-Jahre bestand in der Bundesrepublik Deutschland Vollbeschäftigung. Die Arbeitslosenzahl erreichte 1970 mit rund 150 000 im Jahresdurch­schnitt ihren tiefsten Stand. Danach stieg die Arbeitslosenzahl. Angesichts der sich noch nicht auf den Arbeitsmarkt auswirkenden Konjunkturerholung blieb die Zahl der Arbeitslosen auch 2011 weiterhin unverändert hoch.

Für die deutsche Wirtschaft ist die ständig zunehmende Wirt­schafts- und Kapitalkonzentration kennzeichnend. Die Rangfolge der großen Industriegruppen in der alten Bundesrepublik deckt sich weit­gehend mit der für die ehemalige DDR geltenden Rangfolge. Große Bedeutung haben für Deutschland Außenwirtschaftsbeziehun­gen.

Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden in der ehemaligen DDR viele akute Aufgaben auf dem Gebiet der Wirtschaft gelöst. Trotzdem muss noch in den neuen Bundesländern an der Erfüllung folgender Aufgaben gearbeitet werden; die endgültige Anpassung der ostdeutschen Industrie an die marktwirtschaftlichen Verhältnisse; weitere Rationalisierung der Arbeit; Ersatz der alten durch moderne Technologien; Verhinderung des Rückgangs der Produktion; Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der Waren; Umweltschutz; vielfältige soziale Aufgaben.

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